Ein zentraler Begriff in der Barockmusik lautet: Basso Continuo oder Generalbass. Da heißt es dann „Sonate für Violine und Basso Continuo“, oft auch nur als B.C. abgekürzt. Dieser „Generalbass“ kommt in fast jeder Musik des Barocks vor. Deshalb hier eine kleine Beschreibung:


Barocke Musik bedeutet: extreme Affekte (Gefühle) auf rationaler Grundlage. Die Gefühle bilden keinen Gegensatz zur Vernunft, sie sind ein Teil von ihr.

In der barocken Musik findet beides seinen Platz: Die Gefühle werden von den Oberstimmen (Melodiestimmen) repräsentiert. Für die Vernunft steht die Bassgruppe, die frei zusammengestellt werden kann: Hier treffen sich Bassinstrumente (Cello, Gambe, Fagott etc.) mit Harmonieinstrumenten (Laute, Cembalo, Orgel….). Ist das Harmonieinstrument z.B. ein Cembalo, dann spielt der Cembalist mit seiner linken Hand dieselbe Stimme wie das Bassinstrument. Mit seiner rechten Hand fügt er die Akkorde hinzu. Eine Gitarre oder Laute spielt nur die Akkorde.

Das Basso Continuo läuft und läuft und läuft – oft mechanisch wie ein Uhrwerk. Es nimmt an den Gefühlsäußerungen der Oberstimmen nicht teil.

Dieses „Mechanische“ hört man gut am berühmten Air von J.S. Bach. Oder auch am Beginn von Pergolesis „Stabat Mater“.

Im Grunde lässt sich das sehr gut an einer Jazzband darstellen: 1) Sänger(in) 2) Klavier 3) Kontrabass.

Sänger(in) steht für Oberstimmen, Gefühle; schreit sich die Seele aus dem Hals. Währenddessen zupft der Kontrabassist fast unbeteiligt vor sich hin – oft hat er eine coole Sonnenbrille auf, die zeigt: Ich lasse mich von den Gefühlen nicht anstecken. Auch das Klavier ist deutlich „gefühlsreduzierter“.

Das Basso Continuo ist gewissermaßen die weiße Leinwand, die den Grund bildet, auf den die Farben aufgetragen werden