Puccinis „La Bohème“. Dir: Teodor Currentzis im Festspielhaus am 10/12 November. Einführungen 17.40/18.10 Freitag, und 15.40/16.10 Sonntag.

Siehe auch: Puccini „La Bohème“


Puccinis „La Boheme“ ist eine sinfonische Oper in Nachfolge Richard Wagners.

Jedoch bevorzugt der Komponist eine neoklassizistische Melodik, bzw. Neo-Rokoko-Melodik. Lieder in 2/4-, 3/8-,  und 6/8-Takt, Suitensätze (Märsche, Menuette, Gavotten,  Gigues), musikalische Chinoiserien.

„Sinfonische Oper“ meint: Das Orchester gibt wichtige musikalische Impulse und verwendet Motive, die zentral sind, aber nicht gesungen werden („Erstes Thema 1„). Wir finden Phänomene wie Themen-Dualismus („männliches“ gegen „weibliches“ Thema), Rondo-Formen, Reprisen, Durchführungstechniken. Im Orchester erklingt gewissermaßen eine Sinfonie – parallel zu den Vorgängen auf der Bühne. Sehr zugespitzt gesagt: In einer „sinfonischen Oper“ sollte man auf das Orchester achten und kann sich die Sänger wegdenken.

Viele Szenen lassen sich als Expositionen mit zwei Themen betrachten:


Exposition 1 (Sinfonisches „Feuer“-Scherzo. Zum Phänomen „Feuer“ siehe den Text „La Bohème“ FSH-Einführung„)

Erstes Thema 1: Scherzo-Thema, sehr sinfonisch, Kopfmotiv nicht singbar, „männlich“ 3/8-Takt. Gut durchführbar: Bereits das Kopfmotiv ist gespiegelt; es wirkt expandierend.

Zweites Thema 1: Melodisch, „weiblich“, gesanglich (Arietta) 6/8-Takt.

Reprise + Durchführung

Erstes Thema 1 Wiederholung + Durchführung

Zweites Thema 1

Immer neue „Durchführungen“ (hier vom zweiten Thema)


Exposition 2  

Erstes Thema 2: Marsch, sinfonisch. „Männlich“ Wird als Rondo-Thema behandelt, das heißt, taucht immer wieder auf als Refrain

Zweites Thema 2:  kapriziöse Gavotte.

Reprise + Durchführung

Erstes Thema 2

Zweites Thema 2

Auf diese Weise baut Puccini auch weitere musikalische Szenen.


 

 

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