Selbst der entspannteste Mozartliebhaber fährt mal einen Blues. Gerade im November: Die Luft ist dünn auf dem Gipfel des eigenen Selbstmitleids. Jetzt braucht es eine Decke und die dazugehörige Melodie.


Carl Nielsen (1865-1931), der viel zu wenig gespielte Sinfoniker aus Dänemark, hat in seiner Vier-Temperamente-Sinfonie (Nr. 2, 1901) auch der Melancholie ihren Platz eingeräumt. Weil der Selbstmitleidige zum Predigen neigt, tut das diese Musik ebenfalls. Die Anklage zu Anfang sagt nichts anderes als: Niemand sieht meine Größe. Ich brauche jetzt meine 15 Minuten Trauer. Und gleich darauf jemanden, der mir eine heiße Schokolade bringt.

Ob man sich dann klein genug machen kann, damit dieser Jemand auch noch mit unter die Decke passt, wird man ja noch sehen.