Sie möchten gleich selber hören? So geht es am einfachsten.


Hören ist Wahrnehmen.

Wie Sie klassische Musik hören möchten, bestimmen Sie.

Das „bewusste Hören“  ist nur ein Zugang. Und nicht immer der beste.

Wer sich auf Musik konzentriert, kriegt vieles mit – für anderes (Bilder, Emotionen, akustische Täuschungen, Rausch, Hypnose) wird er dafür unempfänglicher.

Das schlecht beleumdete „Nebenbei-Hören“ ist in Gegenteil höchst natürlich und oft absolut angemessen – man ist entspannt, das Gehirn verarbeitet die Musik nebenher und der Hörende verbindet sich unbewusst und auf seine ihm eigene Weise mit dem Gehörten.

Ebenso empfehlenswert: Das Hören vor dem Schlafengehen – gerne auch im Bett.


Wer etwas konzentrierter hören möchte, für den hier drei Tipps:

1) Die meisten Werke haben ein, zwei THEMEN (Hauptmelodien). Diese sind in den „Werken der Woche“ als Klangbeispiele einzeln aufgeführt (unter „Diese Woche“ oder „Klassik-Archiv“)

2) Hören Sie ein paar Sekunden lang in diese Themen hinein.

Beispiel aus Tschaikowskys erster Sinfonie, Satz 1:

Erstes Thema Lyrisch, geheimnisvoll, suchend. Voll zarter Blässe, nicht zu männlich.

Zweites Thema Blüht auf wie eine Blume, warm, melodisch.

3) Gehen Sie anschließend auf „Exposition“ (wenn vorhanden – oft im ersten und letzten Satz) und versuchen beide Themen hörend wiederzuerkennen.

Exposition: (bis etwa 4;06)

Oft reicht das schon und hilft einem weiter. Nun können Sie bereits den Satz hören und sind auch vorbereitet für ein Konzert. Auf diesem Hör-Niveau können Sie lange verweilen – so bekommen Sie wesentliches mit, bleiben konzentriert und dennoch entspannt. Klassik ist ein Hobby fürs Leben und keine Arbeit. Überfordern Sie sich nicht, experimentieren Sie, wählen Sie frei und kreativ aus der Fülle der Informationen aus, die der „Werk der Woche“-Text Ihnen zur Verfügung stellt.


Wer noch genauer hören möchte, der gehe auf „Anmerkungen“


Und wer tatsächlich durch einen Satz navigieren möchte, der mache sich mit der Sonatenhauptsatzform vertraut (im Text: „Wie höre ich eine Sinfonie / ein Klavierkonzert?“) – und versuche dann den Satz durchzuhören.